8 Regeln zur Führung von Teams in der Corona-Krise

In der heutigen Zeit müssen Führungskräfte ihr Team nicht nur professionell durch die Krise führen, sondern auch virtuell, denn das Arbeiten aus dem Home-Office ist für die meisten zu einer Notwendigkeit geworden. Durch Online-Collaboration-Tools können Mitarbeiter und Führungskräfte miteinander verbunden sein, arbeiten und sich austauschen. Doch für die Führungskräfte bleibt es eine Herausforderung, virtuelle Teams zu managen und auf Distanz durch die Krise zu führen. Aber es ist nicht die erste (und wahrscheinlich nicht unsere letzte) Krise, die wir erleben. Wir können aus der Vergangenheit lernen.

Hier also sind unsere acht Regeln zur Personalführung in Zeiten des Corona-Virus.

1. Eigene Resilienz stärken

Wenn wir für andere da sein wollen, wenn wir Stärke zeigen wollen, so müssen wir zuerst und primär an uns denken. Erst wenn wir besonnen der Krise entgegensehen, können wir für andere da sein. Versuchen Sie trotz Stress und Termine, Zeit für sich zu finden. Falls Sie es können und dürfen, gehen Sie raus spazieren, joggen, tanzen… Auch kann man zuhause meditieren, lachen, spielen. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn Nelson Mandela es geschafft hat, in seiner Zelle täglich zu joggen, werden auch Sie Möglichkeiten finden, um abzuschalten und mental stark zu bleiben.

2. Da sein für die Mitarbeiter

Bei der Regel 2 geht es darum, ein Gefühl von Normalität zu erzeugen. Doch die Zeiten sind alles andere als normal. Für viele kommen existenzielle Fragen hoch. Sorge um betagte oder kranke Familienangehörige, Angst um den Arbeitsplatz, Furcht um die eigene Gesundheit, Ihre Mitarbeiter sind stark verunsichert. Haben Sie ein Ohr für sie. Seien Sie nicht nur in den offiziellen Meetings verfügbar. Führen auf Distanz bedeutet auch, dass Sie Chats und (Web-)Anrufe nutzen, um auch persönliche, informelle Gespräche führen zu können.

3. Offen kommunizieren

Offen zu kommunizieren, bedeutet die Krise nicht runter- aber auch nicht hochzuspielen. Ihre Mitarbeiter haben der Ernst der Stunde verstanden, aber was sie interessiert ist: welche Maßnahmen werden Sie bzw. die Unternehmensführung treffen? Oder welche haben Sie schon getroffen? Seien Sie zugänglich und nehmen Sie sich die Zeit Ihre Entscheidungen zu treffen.
Kommunikation funktioniert in beiden Richtungen: stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter zu Wort kommen, dass ihre Fragen und Ängste angesprochen werden können. Ein virtuelles Team benötigt in der Krise eine ehrliche Kommunikation, die beruhigt und trotzdem Probleme anspricht und nicht verharmlost.

4. Gefühl von Normalität erzeugen

Viele Ihre Mitarbeiter erleben zum ersten Mal was es bedeutet, einen eingeschränkten Bewegungsradius zu haben. Da kann die Decke einem schnell auf den Kopf fallen. Haben Sie deshalb klaren Aufgaben und Ziele für alle bereit. Führen Sie Ihre Jour Fixes weiter. Zeigen Sie, dass alle am gleichen Strang ziehen, dass alle zusammenhalten, um die Krise gemeinsam zu meistern.

Was sich ändert, ist aber wie Sie führen. Beim Führen auf Distanz ist Kontrolle nicht die Lösung, sondern Vertrauen. Die Erfahrung zeigt, dass Mitarbeiter in virtuellen Teams unabhängiger sind, und sich viel stärker selbst organisieren. Geben Sie sich und Ihrem Team die organisatorischen Lösungen, damit Sie digital führen können und das Team virtuell weiterarbeiten kann.

5. Zeit nach der Krise planen

Vor lauter dringlichen Aktivitäten kann man leicht dazu verleitet werden, zu vergessen, dass die Krise auch irgendwann zu Ende sein wird. Überarbeiten Sie Ihre Strategie, um der veränderten Situation Rechnung zu tragen. Wie werden Sie Ihr Team, Ihre Prozesse aufstellen? Welche Gewohnheiten aus der Krise wollen Sie fortführen? Denken Sie über Möglichkeiten nach, wie Sie Ihre Mitarbeiter in diesen Diskussionen einbinden können. Lassen Sie Ihr Team auch darüber nachdenken, ob und wie sie in Zukunft virtuell arbeiten wollen.

6. Mitarbeiter auf Morgen vorbereiten

Die Personalführung wird durch die Krise nicht aufgelöst. Virtuelle Führung bedeutet auch weiterhin seine Personalführungsaufgaben nachzukommen. Und die Wichtigkeit ist gegeben: bereits jetzt, und nach der Krise ist es vorherzusehen, dass kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Führen Sie also Feedback-Gespräche mit Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Wie gut sind diese in der Lage digital zu arbeiten? Wie gut passen ihre aktuellen Fähigkeiten zu den in Zukunft notwendig gewordenen Fertigkeiten. Jetzt ist die Zeit, die Vielfalt an Online-Schulungsangeboten zu nutzen und Ihr Team auf die Zukunft vorzubereiten.

7. Seien Sie ein Change Leader

Führen in der Krise fordert Sie auch als Change Leader. Ein Change Leader führt durch die Veränderung. Er oder sie motiviert, ist Mediator, Vorbild, aber ist vor allem ein Gestalter, der Entscheidungen trifft. Und wichtig: Sie sind auch ein Gestalter, der auch unbequeme Entscheidungen trifft. Stehen Sie zu den Entscheidungen. Versuchen Sie diese nicht zu rechtfertigen und bleiben Sie ehrlich. Um Ihre Mitarbeiter in diesen Krisenzeiten zu führen, müssen Sie das Vertrauen Ihre Mitarbeiter halten und als Führungskraft wahrgenommen werden.

8. Positiv bleiben

Die Krise als Chance wahrnehmen. Der Grat zwischen übertriebenem Optimismus und ehrlich Chancen zu erkennen und zu benennen, ist dünn. Doch Trübsal blasen hilft Ihnen und Ihrem Team nicht. Versuchen Sie also immer beide Seiten der Medaille zu sehen. Hat die Krise dazu geführt, dass das virtuelle Arbeiten bei Ihnen endlich Einzug gehalten hat? Wunderbar! Das Neue, Positive sollten Sie also auch für nach der Krise beibehalten. Und wie haben Sie frühere Krisen gemeistert? Konkrete Beispiele helfen den Positivismus bildhaft zu machen und das Licht am Ende des Tunnels besser zu sehen.
Positiv bleiben, bedeutet auch allen regelmäßig Danke zu sagen! Ihre Mitarbeiter leisten Schwerstarbeit, mental wie operativ. Sie schaukeln Familie, Arbeit, Gesundheit und versuchen trotzdem irgendwie ihrer Arbeit nachzukommen. Zeigen Sie Ihren Dank, geben Sie positive Rückmeldungen. Und vielleicht finden Sie auch Anlässe für virtuelle Feiern wie Geburtstage, erreichte Meilensteine, etc.

Wie Sie gesehen haben, geht die Rolle eines Change Leaders über das klassische Führen von Mitarbeitern und Teams hinaus. Neue Fähigkeiten werden gefordert, die je nach Persönlichkeit unterschiedlich aktiv zutage gelegt werden. Nutzen Sie unsere Change-Management Coaching-Expertise, um Ihre Führungsfertigkeiten, bzw. die Ihrer Führungsmannschaft zu stärken.